(P) REHAB ANEKDOTEN BIOMECHANIK DER MENSCHLICHE KÖRPER PHYSIOTHERAPIE

UND, WENN DER BANDSCHEIBENSCHADEN NICHT VOM RUNDEN HEBEN KOMMT?


Schnall dir deinen Gürtel um, häng dich einfach in maximale Flexion und hoff, dass der Gürtel und Ligamentum Flavum für dich regeln, passiert schon nichts wird gesagt, Studien, haben sie gesagt – es gibt keine Untersuchung die zeigt, dass diese Vorgehen richtig, gut oder gesund ist – jedoch gibt es einige „Daten“ die zeigen, dass das eine potenziell riskante Strategie sein könnte. Könnte? Warte noch. Aber ich will dich nicht belehren – solange du (noch) keine Beschwerden hast, solange wirst du es wahrscheinlich nicht verstehen. Meld dich, wenns so weit ist – „Ich habe dich gewarnt, aber wer nicht hören will muss fühlen“, das hat Großmutter schon immer gesagt. Du weißt gar nicht worum es in diesem Text eigentlich geht? Wenn du fleißig durchhältst, dann wirst du es vielleicht verstehen. Eventuell brichst du aber einfach in der Mitte ab, weil du es sowieso schon besser weißt. Wenn du offen bist und etwas lernen möchtest, dann hältst du durch… wie in der Schule. „Prüfet alles, nur das Gute behaltet“.

Es passiert solange nichts, bis es passiert.

Wenn der Bandscheibenschaden nicht vom runden Heben kommt?

Dann kommt der nicht vom runden Heben, macht aber, wenn er da ist und akut ist, nach wie vor mehr Beschwerden beim runden Heben (Beugung, Flexion…), heilt schlechter ab, vergrößert sich, wenn du rund hebst – es macht keinen Sinn und es gibt keinen Grund hohe Lasten mit nicht neutraler und nicht fixierter Wirbelsäule zu heben, vor allem dann nicht, wenn es schon einen Schaden gibt – du bist dann stärker? Du hast mit runder Wirbelsäule einen kürzeren Lastarm? Naja. Ok. Dann fixier deine Wirbelsäule zumindest in „deiner“ Beugestellung, aber FIXIER – keine Bewegung zugelassen – keine Kraft verschenken, den Gewebestress reduzieren. Warum unnötigen Risiken aussetzen? Was du nicht tun solltest, das sagt dir nicht nur Layne Norton, Stephi Cohan, Team Kabuki Strength, Stuart McGill, Tim Stiemer, Chris Eikelmeier: In Extension starten und dann „nachgeben“ in Flexion auf dem Weg nach oben. Wenn du die Intention hast „grade“ zu heben, dann bleib grade. Wenn du die Intention hast „rund“ zu heben, dann starte so und bleib so. Was soll das Bewegen unter Last? Damit bist du weder stärker, noch ist das sicherer! Also, wenn du eh fest daran glaubst, dass du heben kannst wie du möchtest: Dann spar es dir gestreckt zu starten – denn auf der einen Seite sagst du, dass du cooler Typ auch rund heben kannst und keine Probleme damit hast, auf der anderen Seite versuchst du doch in Extension oder „physiologischer Lordose“ zu starten? Warum denn das? Passt sich doch alles an. Oder? Das ist ja schon inkonsequent: Wenn es dir egal ist, dann heb komplett rund. Passt sich doch alles an. Oder?

„Evidence Based Youtube“: Kreuzhebe- und Kniebeugepraxis.

Wenn du mir nicht glaubst, dass ich die Bude voll hab von Leuten, die durch „kleine Technikfehler“ GRAVIERENDE Beschwerden bekommen? Dann schalt bitte das Internet an. Du musst ja nur mal Youtube anschalten und kannst bei den Verletzungen „live“ mit dabei sein – wann passiert was? Genau, wenn die Leute die Neutralstellung der Wirbelsäule unter hoher Last halten und die Wirbelsäule bombenfest fixieren. NICHT! Es passiert, wenn da was bewegt, unter hohen Lasten. Wiederholung 1 gut, 2 gut, alles unbewegt, 3 „Bewegung startet“, Stange und Typ fällt zu Boden. Das habe ich, ziemlich häufig sogar, auch schon „in echt“ direkt vor meinen Augen beobachten können. Ich gehe davon aus, dass Wiederholung 3, wäre es grade oder unbewegt geblieben, nicht zu einer Verletzung geführt hätte. Aber auch ich kann nicht in die Kugel schauen, was wäre wenn, hätte würde…

Aber der Typ im Video hebt doch auch rund!?

Nummer 1: Wenn jemand die Intention hat „runder“ zu heben, dann startet er so, fixiert alles und bleibt so bis zum Ende. DAS machen die (Profi) Typen im Video. Wenn etwas bewegt, dann Richtung Lockout, damit der Versuch als „gültig“ gezählt wird und da liegt der Lastarm nicht mehr so stark in der Horizontalen, zumindest ist er nahezu halbiert, die Belastung wahrscheinlich deutlich geringer. Rund bleiben oder rund werden ist ein Unterschied.

Nummer 2: Nur weil du jemanden im Video siehst der sich Crystal Meth in die Kimme reibt und sagt, dass das cool ist, machst du das dann auch?

Nummer 3: Nur weil ELITE Powerlifter weiter heben, bedeutet das nicht, dass sie keine Beschwerden haben, noch bedeutet das, dass das gut ist, noch bedeutet das, dass sich da irgendwas anpasst oder sich niemand verletzt – das sind ELITE POWERLIFTER und die sind Elite, weil die dafür gemacht sind, sonst wären die nicht Elite – vielleicht sind das die 5% der Bevölkerung mit unkaputtbaren Bandscheiben? Kennst du deren Bandscheibenarchitektur? Vielleicht haben sie chronische Rückenschmerzen (kennst du den Artikel „Price of the plattform?“ nicht, solltest du gelesen haben, Erfahrungsberichte aus der Praxis…)? In dem Artikel beschreibt ein ehemaliger Wettkampf-Lifter, warum er keine Knarre in der Nachttischschublade hat – weil er dermaßen Beschwerden hat, dass er sich am liebsten erschießen würde. Und selbst wenn sie tun was sie tun: Vielleicht haben sie einen Schaden, auch einen großen, nur haben an der Nervenwurzel „vorbeigeschossen“ – oder einen sehr großen Spinalkanal, größere Foramina intervertebralia. Glück gehabt. Russisch Roulette mit einer Kugel im Lauf heißt ja nicht, dass es dich treffen muss, nur irgendwen trifft es nun mal. Und nur weil ein PROFI rund hebt… – vielleicht ist er Profi WEIL er unkaputtbar ist (oder akzeptiert, dass er mit 40 im Arsch ist…), was nicht bedeutet, dass du das Gleiche machen kannst und genauso unkaputtbar bist? Wie viele gehen auf dem Weg zugrunde? Nur wenige überleben und diese werden dann immer wieder zitiert und gezeigt? Ausnahmen bestätigen die Regel? Bist du naiv?

Wenn der Bandscheibenschaden nicht vom runden heben kommt?

Wenn Wirbelsäulenbewegungen endgradig unter maximalen Lasten theoretisch keinen Schaden machen würden, auch wenn Modellversuche das immer wieder zeigen (ja, die sind nicht perfekt, aber die sind besser als nichts) – und nein, es ist vielleicht wirklich nicht der Hauptgrund für einen Bandscheibenschaden, ja, dass sag sogar ich – was ändert es, wenn es in der Praxis dennoch ständig Probleme macht? Wenn die Leute dir exakt diesen Moment beschreiben: „Ich habs gemerkt, als ich bewegt hab, wars vorbei“? Evidence based was denn? Wo ist deine Untersuchung die zeigt, dass jahrelanges „kacke trainieren“ sicher ist? Wo ist die Untersuchung die über 5 Jahre geht, mit Mitte 30 Jährigen die 3-Mal die Woche schwer zweifuffzich einen weg heben? Wo ist die Untersuchung zur Anpassung? Und wenn man rund hebt, dann passt man sich an rundes heben an und verletzt sich beim neutralen Heben oder was? Said? Wolff? Davis? Was ist mit „meinen Leuten“, die nahezu alles gleich machen im Alltag, im Kampfsport, nur die Hebetechnik verändert haben und seitdem keine Beschwerden mehr haben? Viele heben ja jahrelang nicht so „optimal“, aber die kriegen dann oft dennoch Beschwerden und diese Beschwerden verschwinden, wenn die „optimaler“ heben. Was ist mit denen? Wo blieb die Anpassung?

Wenn die mit einem (akuten) Bandscheibenschaden das nicht machen können – wenn diese Bewegung unter Last, das runde Heben, mehr Probleme bereitet als diese Bewegung einfach nicht zu machen? Wenn die alles machen können, bis auf maximale Flexion (unter hoher Gewichtsbelastung)? Soll ich denen dann sagen: „du kannst zwar mit fetten Gewichten in der Hand beugen, tut zwar weh und dein Körper wehrt sich dagegen, aber mach ruhig, die ganzen Studierten sagen du musst keine Angst davor haben“! Wenn du beispielsweise einen zentralisierbaren Bandscheibenschaden hast, dann ist eines der Therapieziele, dass die Bewegung, welche Probleme bereitet, für eine gewisse Zeit vermieden wird: Das ist in 90%, oder sogar mehr, der Fälle die Beugung der Wirbelsäule. Und selbst wenns ein nicht-zentralisierbares Problem ist, dann vermeidest du trotzdem die Bewegung die am meisten schmerzt. Es tut mir ja leid –  ich sage meinen Patienten nächstes Mal, dass das gar nicht sein kann und die sich nicht so anstellen sollen. richtig?

ALTER! Die, die Menschen mit extremen Rückenbeschwerden, die haben nicht Angst weil jemanden denen sagt, dass die sich nicht beugen dürfen, die haben Angst WEIL ES DENEN SO OFT SO DERMAßEN IN DEN ARSCH GESCHOSSEN IST ALS SIE SICH BEUGTEN, DASS DIE GENAU DIESEN MOMENT FÜRCHTEN! Und die sind dankbar, wenn man denen die Mechanismen erklärt, warum grade DIESE BEUGE-BEWEGUNG oft solche gravierenden Probleme macht und was man dafür tun muss, dass es aufhört und ENDLICH ABHEILT! Die sind dankbar, dass sie selbstwirksam etwas tun können, verstehen WAS die Probleme macht und WAS sie DAGEGEN tun können. Nein, einem „gesunden Rücken“ macht das nichts – aber wessen Rücken ist denn schon gesund? X% der Bevölkerung, ob symptomatisch oder asymptomatisch, haben Bandscheibenschäden – viele davon sind im Alltag Flexions-intolerant oder haben regelmäßig einen „Hexenschuss“ der immer unmittelbar nach einer Beuge-Bewegung zurückkam? Soll ich denen erzählen, dass Beugung unter hoher Last keine Probleme macht obwohl die dabei Probleme haben? Beugung ist Bewegung und Bewegung mit einer entsprechenden Verletzung ist ein Hindernis für eine optimale (oder überhaupt eine) Wundheilung. Oder warum meinst du, dass jemand mit einem gebrochenen Arm einen Gips trägt?

Du lässt die Kacke für eine gewisse Zeit sein und anschließend integrierst du auch die „Beugebewegungen“ wieder in dein Therapieprogramm, fertig. Du machst am Ende der „Rückenreha“ auch vielleicht Jefferson Curls, ja, aber ich persönlich würde NIEMANDEM empfehlen mit einer nicht fixierten Wirbelsäule in maximaler Flexion einen wegzubuckeln –  weder einem Patienten, noch einem meiner Hochleistungsathleten –  nicht aufgrund der derzeitigen Datenlage, nicht aufgrund meiner praktischen Erfahrung!

Rund heben ist gar kein Problem für die Wirbelsäule!

Ja, das hörst du immer wieder. Die letzten Jahre zumindest. Aber was sagen denn die „studierten“ Physio-Brüder zu einem Bandscheibenschaden? Würdest du mit einem (akuten) Bandscheibenschaden rund heben? Würdest du das einem Patienten mit akutem Bandscheibenschaden empfehlen? Würdest du einem Patienten mit einem akuten Bandscheibenschaden in LWS-Flexion mobilisieren? Obwohl er hierbei Probleme hat? Würdest du jemanden mit Schmerzen bei LWS Flexion erzählen, dass das ok ist und er das ruhig machen soll? Richtig in den Schmerz rein? Nicht? Warum nicht? Ist doch nicht schlimm? Ich weiß was du denkst, „alles zu seiner Zeit“, aber was für einen Nutzen hat es 250kg rund, mit nicht stabilisierter Wirbelsäule, vom Boden hochzuheben, außer, dass es ein potenzieller Risikofaktor für eine EXTREM SCHWERE Verletzung sein kann? Würdest du jemanden, der ein Cauda-Equina-Syndrom hatte, mit allen Symptomen die dazu gehören, und wieder „fit“ ist, sagen, dass er ruhig heben kann wie er will? Auch rund? Auch unter hoher Last mit maximaler Bewegung?

Es wird oft von den „Anpassungserscheinungen“ gesprochen, Anpassung an egal was: Hast du denn die entsprechenden Daten dafür? Kannst du mir die Interventionsstudie heraussuchen, die getestet hat, was 250+kg Kreuzheben mit „bewegter Wirbelsäule unter Last“ mit der Bandscheibe in einem Zeitraum von 5 Jahren macht, welche uns die Anpassungserscheinungen, mögliche Symptome oder eben nicht erklärt? Wirklich, ich würde mich freuen wenn du da Papiere hast und mir diese per E-Mail senden kannst. Ich habe noch so viele Fragen die durch die derzeitigen Daten leider noch NICHT beantwortet werden können. Aber zurück: Du kannst doch nicht etwas behaupten, wofür du keine Belege hast? Natürlich passt sich unser Körper an. Aber du kannst dich auch nicht „zart“ von einem Auto anfahren lassen und dann die Dosis nach und nach steigern, bis dich das Auto auch mit 150 anfahren kann, ohne, dass dir dabei etwas passiert. Vielleicht würde das gehen, wenn wir genügend Zeit zur Verfügung hätten, allerdings gibt es ja auch immer genetische Grenzen bis zu welchem Grad eine Anpassung stattfinden kann. Eventuell passt sich das Gewebe bis 150kg an, vielleicht bis 180, aber danach nicht weiter. Kannst du mir hier die individuellen Werte der Person nennen? Passt sich denn auch eine Struktur genauso an, obwohl sie schonmal (stärker) geschädigt war? Kannst du das deinem Gegenüber versichern? Hast du gute Daten? Egal ob du etwas „musst“ oder nicht, so solltest es zumindest können, wenn du es möchtest, wenn du es benötigst. Diplomatisch genug?

Wenn du die Wirbelsäule nicht in Neutralstellung fixieren kannst, aber an die Stange mit neutraler Wirbelsäule kommst, dann fehlt dir entweder die Bewegungskontrolle oder du bist zu schwach für das Gewicht. „ja aber ich trainiere dann die Beine besser“ wenn ich rund werde – naja, du reduzierst den Lastarm, somit indirekt die Last und du trainierst rein gar nichts stärker, du belastest einfach nur die dorsalen Strukturen deiner Wirbelsäule mehr und erhöhst den intradiskalen Druck und die Scherkräfte auf die Bandscheibe, weil du mehr Gewicht hebst, als du kannst, unnötigerweise, selbst wenn es keine „starke Erhöhung“ der einzelnen Parameter wäre, so werden andere Anteile belastet und zu viel Gewicht ist meist zu viel Gewicht.

Es ist nicht gefährlich zu sagen, dass „rundes Heben unter hohen Lasten ein Risiko darstellen könnte„, es ist aber gefährlich zu sagen, dass „rundes Heben KEIN Risiko darstellt“. Könnte, da die Wahrscheinlichkeit gegeben ist und wir noch keine perfekten Daten zur Verfügung haben, nicht im Ansatz. Kein Risiko darstellt ist zu absolut für die derzeit schlechte Datenlage und aufgrund der zahlreichen Hinweise die es  gibt. In diesem Thema „absolut“ zu sein ist eine Lüge, fahrlässig und Schaden am Patienten!

Ein bisschen Grundlagenwissen zum Auffrischen der Bindegewebs- und Bandscheibenlehre?

Bei Wirbelsäulen-Flexion bewegt sich der Nucleus Pulposus nach dorsal, bei Extension nach ventral (Brault et al 1997, Fennell et al 1996, Balcovec et al 2012, Fazey et al 2010) und die dorsalen Fasern der Bandscheibe werden bei Flexion mehr belastet, bei Extension die anterioren Fasern.

Die meisten Personen mit Bandscheibenproblemen haben Rückenschmerz beim beugen, sitzen und rundem heben – während ein „liegendes MRT in Neutralstellung“ oft nichtssagend ist und oft nichtmals etwas findet, zeigen MRT-Aufnahmen, welche im gebeugten Zustand, im Sitzen ausgeführt wurden, unter Schwerkrafteinfluss, oft deutliche Veränderungen der Bandscheibe und der Zwischenwirbelräume (Nguyen et al 2016, Karadimas et al 2006, Tarantino et al 2013, Alamin et al 2018). Maximale Flexion der Wirbelsäule erhöht die Belastung auf die dorsalen Kollagenfasern des Anulus Fibrosus – eine Maximalbewegung, egal in welche Richtung, erhöht die Belastung auf die Bandscheibe (Schirazi-Adl et al 1999). Bewegung erhöht die Belastung. Nicht Bewegung reduziert die Belastung.

Der Kern verlagert sich immer in die Gegenrichtung der Bewegung (Fazey et al 2010). Beugst du dich, rutscht der „Kern“ nach hinten, machst du eine Seitneigung nach rechts, verlagert sich der Kern nach links und so weiter.

Symptome eines Bandscheibenschadens sind vor allem beuge-bezogen: Niesen, Husten, vorbeugen des Rumpfes, also Wirbelsäulen-Flexion, Schuhe binden, Socken anziehen (Amin et al 2017), das sagen dir ja auch deine Patienten, wenn du mit welchen arbeitest – wie intelligent ist es jemanden mit einer (akuten) Beugeintoleranz regelmäßig unter hoher Last beugen zu lassen, wenn genau das das Problem bei einem Bandscheibenschaden ist? Ist es nicht auch dann ein Thema, wenn der Schaden noch gar nicht da ist? Die Belastung der verletzten Struktur (meist dorsolateral) scheint ja höher zu sein, wenn jemand beugt, sonst würde ja nicht grade das die Beschwerden triggern. Ist die Belastung dann nicht auch höher bei der Beugung, wenn jemand noch keine Verletzung hat? Ich sage nicht, dass das direkt in eine Verletzung resultiert. Ich sage nur, dass die Belastung dann höher ist, höher auf den Bereich, der am „liebsten“ verletzt.  Aber auch Adams, McGill, Bogduk – alle konnten, wenn auch im Modellversuch, zeigen, dass repetitive, endgradige Bewegungen der Wirbelsäule, vor allem unter Last, zu Verletzungen führen und die „Neutralstellung“ stabiler ist – ich sage grade „Bewegungen“, nicht „Beugungen“ – obschon Beugung der Hauptfaktor in den meisten Modellversuchen ist und auch in der Praxis – die meisten verletzen sich beim aufheben des Bleistiftes, nicht beim Strecken nach dem Aufstehen und in der Praxis tolerieren Leute mit akuten Bandscheibenschäden und auch „chronischen Beschwerden“ fast jede Richtung, nur die Beugung selten. Ich sag grade Praxis –  ich arbeite täglich mit solchen Leuten und die nehmen mich in den Arm und haben Tränen in den Augen, wenn ich denen mit 2,3 kleinen Tipps einen schmerzfreien Tag zurückgebe und ja, auch die lasse ich nach einer gewissen Zeit wieder ALLES machen, auch beugen! Aber weder 250+ Kilos, noch den gesamten Tag, noch in der akuten Startphase.

Aber warum das da passiert, also beim Bleistift-Heben? Aufgrund der Eigenschaften unseres Bindegewebes – repetitive, wiederholte Bewegungen in eine Richtung reduzieren die Stabilität des Bindegewebes auf der Gegenseite, das machst du dir ja auch beim mobilisieren zu Nutze – beugen, sitzen, den gesamten Tag, reduzieren die Belastbarkeit der dorsalen Fasern – Hysterese, Creep, Spannung-Relaxation sind nur drei Begriffe die man hier kennen sollte. Unser Alltag ist halt beuge-betont und die Leute haben bei Beugung Probleme – aus welchem Grund sollte man den Leuten empfehlen rund zu heben oder aus welchem Grund sollte man den Leuten gestatten während 200+ Kreuzhebe-Gewichten die Wirbelsäule aus Extension in Flexion zu bewegen? Aus welchem Grund? Was bringt das denn für Vorteile? Ist das nur Klugscheißen? Erzählst du jemanden der 8 Stunden im Büro sitzt, dass er sich ins Auto setzen soll und dann beim Heben auf nichts achten muss? Dass er sich ruhig der Beugung unter hohen Lasten hingeben kann?

Was wollt ihr denn alle mit „rund heben ist nicht schlecht“ erreichen? Vermischt doch bitte nicht Ommas-Alltag mit der Belastung eines Powerlifters und nicht mit den einseitigen Bewegungen des Alltags der meisten Menschen! Rund heben muss keine Schmerzen machen. Rund heben muss nicht zu Verletzungen führen. Jedoch ist schweres rundes und nicht stabilisiertes Heben für den Großteil der Bevölkerung nicht cool – aufgrund von Vorschädigungen, aufgrund unseres nahezu bei jedem identischen Alltags – was willst du damit erreichen, wenn du immer wieder betonst, dass „rund zu heben ist für einen gesunden Rücken nicht gefährlich“, wenn 90% der Bevölkerung diesen „gesunden Rücken“ gar nicht kennen? Was redest du v