(P) REHAB BIOMECHANIK DER MENSCHLICHE KÖRPER FUNDAMENTALS

Die Bandscheibe springt raus!? („slipping dics“)

Rückenschule Warstein McKenzie Physiotherapie Bandscheiben

Die Bandscheibe. Heiß diskutiertes Thema. Die Bandscheibe, grob, Nagel mich nicht fest, besteht aus dem Kern, dem Nucleus Pulposus, welcher knapp 15% Proteglykane und 88% Wasser enthält und dem Anulus Fibrosis, der in etwa nur 5% Proteglykane, 15% kollagene Fasern und 77% Wasser enthält. Im Alter enthalten beide Teile nur noch knapp 70% Wasser, der Quelldruck versiegt und es kommt nur noch selten zu Bandscheibenschäden. So viel zur Einleitung.

Es wird ja gerne mal gesagt „der Bandscheibenkern kann sich nicht verlagern“, naja, es ist ja nett, wenn du eine Meinung hast, aber Daten sagen etwas völlig anderes. Je nach Druck, ventral oder dorsal, lateral, egal wo, kommt es zu einer Massenverschiebung der Proteglykane und der Flüssigkeit. Dazu kommt aber gleich noch etwas. Ich will dich nicht langweilen, edubily nennt das „Populärwissenschaft“ und genau das betreibe ich wahrscheinlich hier – ich les mir die Studien durch und Studiere in dem Bereich und gebe es dir in recht einfacher Sprache wieder – du sollst es verstehen, es soll für dich in der Praxis funktionieren, nicht unnötig kompliziert sein. Dass bei einer Vereinfachung eine sogenannte Tilgung entsteht, soll heißen, dass ein paar Informationen fehlen, sei mir verziehen – wenn ich dir alles raushaue, dann wird das kein Artikel, sondern ein Buch und wenn ich dir alles vor den Latz knalle, dann machts keinen Spaß zu lesen und wir langweilig.

Zum Bandscheibenkern, den Nucleus, gibt es ja einige interessante Daten. Je nach Belastung hat dieser Kern eher „flüssige“ oder eher „viskoelastische“ Eigenschaften – unter Ruhebedingungen ist er sehr „flüssig“, unter Belastung eher „viskoelastisch“ (Iatridis JC et al 1996). Das aber nur mal so.

Und, hast du auch Daten?

Gerne wird ja auch behauptet, dass die „Bandscheibe“ sich bei Belastung nicht verschiebt – naja, das ist ja fast richtig – die Bandscheibe verschiebt sich nicht und springt auch nicht einfach heraus, also es gibt keine „slipping discs“ („herausrutschende Bandscheiben“), doch der Kern, der Nucleus, verschiebt sich schon. Diese Massenverschiebung von oben. Bei Beugung (Flexion), „flutscht“ der Kern nach hinten, bei Streckung (Extension), nach vorne. Bei Lateralflexion in die Gegenrichtung des Drucks und so weiter (Fennel PJ et al 1996, Brault JS et al 1997). Da steht dann sowas wie CONCLUSIONS: Flexion of an intervertebral disc in a living person tends to be accompanied by posteriorly directed migration of the nucleus pulposus within the disc. Extension tends to be accompanied by an anteriorly directed migration.“ 
(Beugung der Bandscheibe in einer lebenden Person führt zu einer Migration des Bandscheibenkerns nach hinten, Streckung nach vorne …)

Also bei radialen Fissuren, schiebt der Kern in die Richtung der Fissur. Es wird als Vorstufe eines Prolapses diskutiert. Mehr erzähl ich dir ein ganz anderes Mal. Okay?

QUELLEN:

Spine (Phila Pa 1976). 1996 May 15;21(10):1174-84.
Is the nucleus pulposus a solid or a fluid? Mechanical behaviors of the nucleus pulposus of the human intervertebral disc.
Iatridis JC1, Weidenbaum M, Setton LA, Mow VC.

Spine (Phila Pa 1976). 1997 Sep 15;22(18):2066-72.
Quantification of lumbar intradiscal deformation during flexion and extension, by mathematical analysis of magnetic resonance imaging pixel intensity profiles.
Brault JS1, Driscoll DM, Laakso LL, Kappler RE, Allin EF, Glonek T.

Spine (Phila Pa 1976). 1996 Dec 1;21(23):2753-7.
Migration of the nucleus pulposus within the intervertebral disc during flexion and extension of the spine.
Fennell AJ1, Jones AP, Hukins DW.

Eur Spine J. 2010 Jul; 19(7): 1115–1120.
Published online 2010 Mar 5. doi: 10.1007/s00586-010-1339-4
Nucleus pulposus deformation in response to lumbar spine lateral flexion: an in vivo MRI investigation
Peter J. Fazey, 1 Hiroshi Takasaki,2 and Kevin P. Singer1


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