ARTGERECHT ERNÄHRUNGS-PLÄNE

„EINE KETOGENE CARNIVOR ERNÄHRUNG MACHT IMMER PROBLEME!!!“

Carnivore Diät Chris Eikelmeier

Du hörst es immer wieder – Fleisch KANN nicht gesund sein, vegan, vegetarisch ist besser, gesünder und wenn Fleisch, dann bitte nur ganz wenig – zu viel Eisen, zu viel Fett, Cholesterin, Carnitin und TMAO-Spiegel, Purine und noch vieles mehr – Fleisch kann nicht gesund sein und eine Ernährung, welche vorwiegend aus Fleisch besteht, schon gar nicht, oder?

Egal was du hast, solltest du „viel“ Fleisch konsumieren, dann wird dir fast jeder sagen: ZU VIEL FLEISCH IST GIFT!!!

Eins vorne weg: Du musst zwar nicht NUR Fleisch essen, aber du solltest auch nicht NUR Pflanzen essen! Wieso? Naja, weil: Zink, EPA / DHA („tierische Omega 3 Fettsäuren“), Methionin, Lysin Carnosin, Creatin, B12, Eisen, Vitamin D3, Jod, Vitamin A, Calzium, Taurin, Carnitin, das sind Substanzen die in einer streng vegetarischen bzw. veganen Kost oft unzureichend vorkommen und die in den Zellen des rein von Pflanzen lebenden Menschen oft in geringerer Konzentration vorliegen (Roggerson 2017, Elorine et al 2016, Sebastini et al 2019, Baroni et al 2019, Pistollato et al 2015, Ströhle A. und Waldmann A. et al 2006, Key TJ et al. 2006). B12 wird z.B. dann und wann mal im Dickdarm produziert, ja, aber im Dünndarm wird’s aufgenommen – erkenne den Fehler? Guten Appetit.

Veganer haben in der Regel deutlich niedrigere Eisen- und B12-Level, das ist bekannt, aber auch einen negativen Effekt auf die Wundheilung und Narbenbildung im Vergleich zu einer Mischkost die auch tierische Produkte enthält (Fusano et al 2020)! Also du musst zwar nicht Fleisch essen und auch nicht kiloweise jeden Tag – aber kleinere Mengen in den Tag integrieren ist mit Sicherheit kein Fehler! Wo ist das Problem, wenn der „Veganer“ 200g Fleisch und 100g Leber aus „artgerechter Haltung und Fütterung“ zu seiner Ernährung hinzufügt? Nirgendwo, da gibts kein Problem, das hat ausschließlich Vorteile, aber er tuts nicht, so oder so…

Aber, ja, Tierwohl, Umwelt – supporte doch Landwirte und „Produzenten“ die es richtig machen? Fleisch aus Grasfütterung und Weidegang hat nicht nur einen deutlich geringeren Einfluss auf die Treibhausgase, Fleisch aus Grasfütterung hat auch einen höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, CLA, Stearinsäure („neutral“) und weniger Palmitin- und Myristinsäure und ist somit cholesterinfreundlicher, enthält mehr Vitamin A und Beta Carotin, Vitamin E, Glutathion und oft etwas weniger (Fett) Kalorien und einen stärkeren „Grasgeschmack“ (Daley et al 2010) – naja, auf den Grasgeschmack kommt es jetzt nicht an, aber vielleicht konnte ich damit ja den ein oder anderen Veganer ja überzeugen…

Und wenn du dir Sorgen machst, dass du durch den Fleischverzehr früher stirbst? Eine erhöhte Sterblichkeit oder Darmkrebs durch Fleisch wurde widerlegt (Mejborn et al 2020) und vegane Ernährungsweisen wirken sich auch nicht schützend auf das Herzkreislaufsystem aus (Rees et al 2021) – wichtig ist: Naturbelassenes und unverarbeitetes Fleisch aus artgerechter Fütterung ist ein vollkommen anderes Nahrungsmittel als verarbeitete Wurstwaren, welche aus konventioneller Tierhaltung mit Getreidefütterung stammen!

Aber Fleisch erhöht doch den TMAO-Spiegel und die machen doch Herzinfarkte?

Fisch erhöht den TMAO-Spiegel gut 30-Mal mehr als Fleisch, obschon Fisch die Herzkreislaufgesundheit verbessert und es wird auch eher davon ausgegangen, dass TMAO, also Trimethylamin-Oxid ein Marker für Erkrankung ist und nicht, dass es sich hierbei um einen Mediatoren für Erkrankungen handelt (Rohrmann et al 2016, Velasquez et al 2016, DiNicolantonio et al 2019, Zhang et al 1999, Cho et al 2017)! TMAO ist nämlich vor allem erhöht, wenn die Nierenfunktion nicht so 100% tutti ist oder eine Insulinresistenz vorliegt – Insulin hemmt beispielsweise das Enzym FMO3 und somit die TMAO-Synthese – bei einer Insulinresistenz fällt diese Hemmung dann leider weg (Di Nicolantonio et al 2019). Also: TMAO korreliert eher mit Entzündungen, Insulinresistenzen und mit FISCHVERZEHR, statt mit Fleisch und Krankheit – ja, auch wenn die Carnitinaufnahme den TMAO-Spiegel erhöhen „kann“, so bedeutet das nicht, dass es die gleiche Bedeutung hat wie eine TMAO-Erhöhung durch Insulinresistenzen, niedriggradigen Entzündungen und Atherosklerose (Velasquez et al 2016, Wang et al 2019, Rohrmann et al 2016). Und wenn du trotzdem noch Angst vor dem TMAO hast: Fasten reduziert die TMAO Spiegel (Washburn et al 2019), also einfach mal eine Mahlzeit ausfallen lassen. So einfach kann es sein…

Und zu viel Eisen im Körper ist doch auch nicht gut!

Ja, das ist vollkommen richtig – zu viel Eisen im Körper bzw. in der Zelle macht nicht nur Insulinresistenz und metabolisch inflexibel, es erhöht auch den oxidativen Stress und korreliert mit allerhand „nicht übertragbaren Krankheiten“ – aber bedeutet denn „viel Eisen in der Nahrung direkt auch viel Eisen in der Zelle“? Nein, denn die Eisenaufnahme ist auch wieder kein rein passiver Prozess und wird z.B. über das in der Leber produzierte Protein Hepcidin reguliert (Miranda et al 2018) – ist viel Eisen im Körper, wird weniger rein gelassen und wieder mehr ausgeschieden! Außerdem sind die negativen Konsequenzen einer Eisenaufnahme vielleicht auch erst dann relevant, wenn wir über extrem hohe Dosierungen von 500mg pro Tag und mehr sprechen (Liu et al 2016) – selbst wenn du jeden Tag 1kg Rinderfleisch essen würdest, würdest du nicht mehr als 30mg pro Tag zuführen und davon, trotz sehr guter Bioverfügbarkeit, nur etwa 10mg aufnehmen – je nach Eisengehalt der Zelle sogar auch weniger und der Eisenbedarf pro Tag liegt ja um die 10-15mg pro Tag. Naja und dann hemmt noch Calcium, eventuell Casein, also Milchprodukte, ebenso wie Eier oder Grüntee und andere Kräuter, vielleicht auch die Phytate in Nüssen die Eisenaufnahme – es ist also echt schwer „zu viel Eisen“ aufzunehmen, selbst, wenn du mit 1kg Rindfleisch pro Tag übertreiben möchtest! Aber zu wenig Eisen, das schaffen wirklich viele Menschen und die klagen dann über Müdigkeit, schlechte Leistung und Konzentration, Haarausfall und Energielosigkeit…

Aber ohne Kohlenhydrate funktioniert die Schilddrüse ja nicht, oder?

„Die Schilddrüse braucht Kohlenhydrate, sonst funktioniert die nicht richtig“, ehm, nein…

In einer einjährigen Keto-Studie zur Behandlung von Epilepsie – und eine Epilepsie-Keto-Ernährung ist deutlich härter als „unsere keto“ mit 50 bis 100g Kohlenhydraten – hatten am Ende knapp 16,7% eine Schilddrüsenunterfunktion, die anderen 83% nicht – ich hoffe du hast das hier grade gelesen, was ja oft in dem Zusammenhang vergessen wird zu erwähnen (Kose et al 2017) – eingangs höhere TSH Spiegel und weibliches Geschlecht waren „Vorboten“. Wie viel Selen? Wie viel Jod? Wie viel Omega 3, D3 und Vitamin A? All das wurde natürlich nicht gemessen, hat aber genauso wie Defizite an verschiedenen Aminosäuren oder eine größere Menge Sojaisoflavone oder goitrogene Faktoren einen negativen Effekt auf die Schilddrüsenfunktion bzw. die Menge an Schilddrüsenhormonen, ganz unabhängig des Kohlenhydratgehaltes (Pałkowska-Goździk et al 2017). Niedriggradige Entzündungen reduzieren beispielsweise auch, ebenfalls unabhängig der Kohlenhydrataufnahme, die T3-Spiegel (Mancini et al 2016).

Was auch nicht selten beobachtet wird? Der appetithemmende Effekt von ketogenen Ernährungsweisen führt in der Regel zu einem Verlust von Körperfett – das geht ausschließlich durch eine Kalorienreduktion und ja, auch unterkalorische Ernährungsweisen reduzieren die Menge an Schilddrüsenhormonen, weißt du (Iacovides et al 2018)? Und nicht alle Keto-Untersuchungen zeigen einen negativen Effekt auf die TSH oder fT4 Spiegel (Lee et al 2017).

Habe ich oder viele meiner Klienten die mit low carb und ketogenen Ernährungsweisen arbeiten Schilddrüsenprobleme? Nein. Und die Datenlage diesbezüglich ist auch ziemlich dünn, also ja, kann man dran denken wenn etwas nicht funktioniert, ist aber nicht die erste Stelle und nicht die Wichtigste! Sind halt nur Kohlenhydrate, mehr nicht.

ABER NEU5GC IST DOCH… ja, ist schon an anderer Stelle erklärt worden, hier: Rotes Fleisch muss einfach schädlich sein! ABER Harnsäure… hier: Fleisch macht keine Gicht!

Carnivore Ernährungsweisen in der Praxis?

Carnivor Diäten in der Praxis zeigen oft extrem gute Wirkungen bei Darmbeschwerden wie Reizdarm, aber auch Allergien wie Heuschnupfen und Hausstaub, genauso bei Neurodermitis, Schuppenflechte, Migräne, Epilepsie und vielen weiteren gesundheitlichen Beschwerden – wenn du Angst davor hast, dass irgendwas „schlimmeres passieren könnte“, z.B., dass deine Schilddrüsenhormone abkacken könnten, dann misst du eben einfach öfter mal – alle 8 Wochen lässt du ein großes Blutbild bestimmen und testest das mal für 24 Wochen – fertige zuvor eine Symptomliste an und zieh das konsequent durch – irreversible Probleme wirst du nicht entwickeln, wenn irgendwas nicht so läuft wie du dir das vorstellst, dann hörst du halt auf. Die Chance ist aber hoch, dass du eher Positives, als Negatives bemerkst und das, obwohl du „viel böses Fleisch konsumierst“…

Wenn du mehr zu „meiner Art“ der ketogenen Ernährung lesen möchtest, gönn dir den Ultimativen Power Athleten GENESIS. Und wenn dir das alles zu viel ist und du einfach essen möchtest, dann schau dir mal das gleichnamige Produkt an: Einfach Essen!


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