(P) REHAB PHYSIOTHERAPIE TRAININGS-PRINZIPIEN

SCHNELL UND EINFACH: ASSESSMENT IN 5-MINUTEN!

Assesment Untersuchung Screening für Trainer

Viele Trainer suchen ja nach den wildesten „Assessment“ und „Screening“ Tools oder suchen nicht und erfinden sich irgendwas. Beispielsweise soll ein „functional movement screen“ eine Aussage darüber treffen, ob Verletzungen wahrscheinlich sind. Jedoch gibt es keine Möglichkeit, auch kein „functional movement screen“, welche Verletzungen voraussagen kann (Bahr R 2016). Dazu bräuchte man eine Glaskugel. Am besten eine, welche auch sprechen kann. Dann verrät sie dir auch die Lottozahlen und du hast immer einen Gesprächspartner der nicht weglaufen kann. Praktisch! Ein gewisses „Assessment“ ist meiner Meinung aber gar nicht verkehrt. Auch wenn es die „perfekte“ Haltung nicht gibt, gibt es doch Haltungen, welche zu einer höheren Gelenkbelastung führen können. Je höher die Belastung, desto höher das potenzielle Risiko, sich dabei zu verletzen. Kann man verstehen, oder? Du machst beispielsweise mit 20kg Kreuzheben, es wird wahrscheinlich nichts passieren, egal was du machst. Du machst mit 250kg Kreuzheben? Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Gewebe versagt oder ein kleinerer „Fehler im System“ dich niederstreckt, ist hier höher. Na klar, es kommt immer auf das Verhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit an, gar keine Frage, aber darum geht es hier grade nicht. Es geht um „riskanter und weniger riskant“. Ein Auto mit 200km/h zu fahren erhöht sicher das Risiko die Kontrolle zu verlieren, im Gegensatz dazu, das gleiche Auto mit 2km/h zu fahren.

Assessment Tool. Es soll schnell gehen. Am besten auf dem ersten Blick. Nicht viel Zeit kosten. Und mit nur einmal hingucken. Wiederhole ich mich?

Ich muss bisschen Zeit schinden, denn das Tool, was ich dir gleich nenne, liefert dir BLITZSCHNELL ziemlich viele nützliche Informationen über den Körper deines Gegenübers. Mit nur einem Blick und das geht richtig schnell. Erwischt.

OVERHEAD PRESS MIT DER LANGHANTEL!

Ohne Gewicht, wenn es um Koordination und Beweglichkeit geht. Mit Gewicht, wenn es um Kraft, Rumpfkontrolle und Gleichgewicht (und Koordination und Beweglichkeit) geht.

Warum Overhead Press mit der Langhantel?

Ziel ist es hier, dass du oder dein Gegenüber, die Lange Stange über den Kopf schiebt. In der Endposition sollten alle großen Gelenke übereinander stehen:

Handgelenk, Ellbogengelenk, Schultergelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk, Sprunggelenk. Die Wirbelsäule sollte in ihrer Neutralstellung stehen, tut sie das nicht, gibt es Schwierigkeiten bei der Hüftstreckung oder der Brustwirbelsäulenstreckung. Gibt es irgendwo Schmerzen? Zum Beispiel in der Schulter, gibt dir das einen groben Überblick über das Schultergelenk und den Schultergürtel. Auch Schmerz in jedem anderen Gelenk kann identifiziert werden: Wann tut es weh? Bei welcher Stellung?

In der Startposition ist eine gute Bewegungskontrolle der Wirbelsäule und des Beckengürtels notwendig: Vollständige Hüftextension bei neutraler Wirbelsäule! Die Bewegungskontrolle der Wirbelsäule ist aber für die gesamte Übung essentiell: Die Wirbelsäule bleibt in der Neutralstellung, die gesamte Zeit! Bewegung findet nur in Schultergelenk, Ellbogengelenk und Hüftgelenk statt!

In der Startposition siehst du auch, ob die (untere) Halswirbelsäule / CTÜ („Chin In“) beweglich genug in Extension ist.

Du bekommst eine Aussage zum Gleichgewicht, zur Koordination und zum allgemeinen Körperempfinden des Gegenübers. Wie setzt er deine „cues“ um?

Was dir hier vielleicht noch fehlt, ist die tiefe Beuge. Du kannst hier die Kniebeuge hinten („Back Squat“) verwenden. Sie gibt dir Informationen über die Beugebeweglichkeit deiner Hüftgelenke, deiner Sprunggelenke, deiner Oberschenkelrückseite und der Aussenrotation deiner Schultergelenke und eventuell noch darüber, ob es Knieproblematiken gibt.

Mit 1-2 Übungen, solltest du ein (fast sehr) genaues Bild zu deinem Gegenüber haben. Für alles Weitere müsstest du übungsspezifisch testen oder ein einzelnes Gelenke „anfassen“. Beim Anfassen, wenn es beispielsweise bei irgendeiner Übung zu Problemen kommt, achte darauf, dass du 2-3 Test mit hoher Sensitivität und 2-3 Test mit hoher Spezifität kombinierst – sonst ist es nicht wirklich viel wert, denn du testest mit einem „klinischen Test“ nie nur eine isolierte Struktur oder einen Muskel, sondern IMMER eine Bewegung.

Aber, vergiss am Ende nicht: THE EXERCISE IS THE TEST AND THE TEST THE EXERCISE. Auch beim weiteren Assessment darf es spezifischer werden.

QUELLEN:

Br J Sports Med. 2016 Jul;50(13):776-80. doi: 10.1136/bjsports-2016-096256. Epub 2016 Apr 19.
Why screening tests to predict injury do not work-and probably never will…: a critical review.
Bahr R1.


Hier findest du Links zu ein bisschen Literatur zum Thema:*

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