TRAINING / BEWEGUNG TRAININGS-PRINZIPIEN

HOCHFREQUENZ-TRAINING, ÜBERTRAINING UND DAS ZENTRALE NERVENSYSTEM!?

greasing the groove Übertraining Hochfrequenztraining

Das zentrale Nervensystem. Du trainierst und belastest dein zentrales Nervensystem bei jedem Training. Grade, wenn du zu viel machst und Sätze und Volumen und Wiederholungen und das zentrale Nervensystem. Das zentrale Nervensystem, das ZNS, also das zentrale Nervensystem … JUNGE WEIßT DU ÜBERHAUPT WAS DAS ZENTRALE NERVENSYSTEM IST!? Es gibt da so viel Gerede drüber, dieses Wort wird so oft verwendet, ohne, dass diejenigen, die es verwenden, also das Wort „zentrales Nervensystem“, wissen, worum es eigentlich geht. Aber das zentrale Nervensystem eben!

Ich mache es kurz. Unter dem zentralen Nervensystem verstehen wir ALLES, was zum Gehirn und Rückenmark gehört. Ab dem Spinalnerven, dieser, welcher das Foramen Intervertebrale zwischen deinen Wirbelkörpern verlässt, nennen sich die Teile des Nervensystems „peripheres Nervensystem“. So viel dazu. Das „zentrale Nervensystem“ ist für Sprache, für Motorik, für Gedächtnis, für Persönlichkeit und noch viel mehr zuständig. Nur weil du „trainiert“ hast, hast du ja keine Störungen deines Gedächtnisses oder deiner Sprache, oder? Okay, hier müssen wir nämlich direkt spezifischer werden und etwas differenzieren.

Das was von den „Bros“ oft gemeint ist, ist der motorische Bereich des zentralen Nervensystems. Aber auch das ist nicht ganz so einfach. Der sogenannte Gyrus präcentralis, zu Deutsch die primärmotorische Rinde, wo das erste Alphamotoneuron sitzt (der Zellkern der Betzschen Riesenzelle (nach Wladimir Betz)), ist der Start unserer Willkürmotorik. Genau. Hier startet die willkürliche Bewegung. Über Nervenbahnen, Rückenmark und so weiter, wird dann der „bewusste Wille jetzt zu bewegen“ ins zweite Alphamotoneuron, dieses sitzt im Vorderhorn des Rückenmarks, und dann zur Muskulatur weitergeleitet. Aber hier nicht direkt, einfach so. Zentrales Nervensystem. Ich dachte ich sag das einfach nochmal. Hier bindet ein sogenanntes Axon (Nervenschwanz des Zellkerns) an die motorische Endplatte. Eine motorische Endplatte innerviert mehrere Muskelfasern. Je mehr Muskelfasern gleichzeitig durch die motorische Endplatte, bzw. den Nerv, aktiviert werden, desto geringer die Fähigkeit zu koordinieren und desto eher handelt es sich um „kräftige Muskeln“. Zusammen bildet die motorische Endplatte mit den von ihr innervierten Muskelfasern, eine motorische Einheit. Auch hier: je mehr motorische Einheiten ein Muskel besitzt, desto besser wird koordiniert.

Okay. Grundlagen geschaffen.

Nein warte. Das zentrale Nervensystem ist aber mehr als nur der motorische Teil. Deine Stresssysteme sind es, die auch zum zentralen Nervensystem gehören. Und hier vermischen sich Daten, Blogs und Gefühle.

Ich fasse dir das mal kurz zusammen: Es gibt den motorischen Teil des ZNS. Es gibt den Hypothalamus / Stress-Teil des ZNS und noch viel mehr. Und es gibt die motorische Einheit (eher periphere Teil).

Der motorische Teil des ZNS kann nicht ermüden, wenn, dann nur für 10 Minuten und wird danach hochreguliert. 24-72 Stunden nach einer Trainingseinheit, wird seine Aktivität deutlich gesteigert – du dürftest dann also auch deutlich stärker sein. Was aber ermüden kann, ist der Hypothalamus / Stress-Teil des ZNS und die peripheren Anteile (motorische Einheit). Hier kommt es oft zu immunologisch bedingten Veränderungen, welche deren Aktivität beeinträchtigen (Mikroverletzungen der Muskelfaser, samt seiner motorischen Einheit und interleukinbedingte Veränderungen des Stressverhaltens auf Ebene des Hypothalamus). Ein „erschöpfen“ der Nebennierenrinde (produziert ja eigentlich die Stresshormone) wird ebenfalls diskutiert.

Das gesamte Konstrukt ist furchtbar komplex. Aber was soll das Ganze grade? Was hat das für eine praktische Konsequenz? EINE RIESEN. Grade in Zeiten des „Hochfrequenztrainings“.

Wenn du jetzt weißt, dass der motorische Teil maximal 10 Minuten lang „müde“ ist und die „Ermüdung die du spürst“ eher von deinen Stresssystemen und Entzündungsprozessen, sowie Mikroverletzungen der Muskulatur, stammt, weißt du, wie du zu trainieren hast. Nicht?

Du willst ja nicht von Training zu Training schlechter werden. Im Gegenteil: Du möchtest von Training zu Training besser werden. Es ist nun mal kein gutes Zeichen, wenn du jedes Training 5kg weniger auf die Hantel packst, oder? Nein, ist es nicht. Und das muss auch nicht.

Wenn du nicht „auf deinen Stresssystemen“ trainierst oder „zu intensiv und hochvolumig trainierst, wobei du starken Muskelschaden und eine Immunsystemaktivierung herbeiführst“, kannst du jeden Tag trainieren. „so viel du willst“. Im amerikanischen hörst du oft: „dont train ON THE NERVE“. Damit ist wahrscheinlich nicht direkt der Nerv gemeint (also nicht der motorische Teil deines zentralen Nervensystems), sondern dein Nervenkostüm, deine „Stressnerven“ oder deine Fähigkeit mit Stress umzugehen. Übertraining hat nämlich mehr mit einer Überlastung der Stresssysteme, Depressionen und einer schweren Grippe (immunologisches Verhalten) zu tun, als mit Mike Mentzer und Training. Wenig Schlaf, schlechte Nahrung, „Stress“ auf der Arbeit und so weiter – all das kostet Kraft, ohne, dass der „motorische Teil deines zentralen Nervensystems“ damit zu tun hat.

Mehr zum Thema Nervensystem und Hochfrequenztraining?

Dazu gibt es einen coolen Artikel von Menno Henselmanns auf Aesir Sports! Und auch im Ultimativen Athleten Leven 2 und Fundamente, erzähle ich dir einiges zum Thema Hochfrequenztraining und Nervensystem und natürlich auch, wie es in der Praxis aussieht, so ein Hochfrequenztraining.


Hier findest du ein bisschen vernünftige Literatur zum Thema:*

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