(P) REHAB PHYSIOTHERAPIE SUPPLEMENTE

ERNÄHRUNGSSTRATEGIEN IN DER PHYSIOTHERAPIE: Was du wissen MUSST!?

Ernährung bei Verletzungen Nahrungsergänzungsmittel Wundheilung Ernährungsstrategien für Physiotherapeuten

Es passiert mal auf den Weg nach oben – du verletzt dich! ZACK! Und meistens sieht man es nicht kommen, denn wenn, dann würde man sich ja nicht freiwillig verletzen? Naja, ausser du stehst drauf, aber ich bin mir nicht sicher, ob du dann schonmal RICHTIG verletzt warst – denn da geht alle Erotik flöten, egal worauf du stehst. Wenn der Arm unterm Kopf steckt oder du dir am Ellbogen lecken kannst, dann hast du wahrscheinlich grade eine sehr große Verletzung mit in der Regel großen Funktionseinschränkungen, Verlusten im Alltag und auch sowas wie Schmerzen, irgendwie zumindest! Shit? Nicht immer.

Supplemente bei Verletzungen?

Der Großteil der Athleten dieser Welt verletzt sich auf ihren Wegen an die Spitze – das gehört also irgendwie dazu! Damit eine Verletzung aber nicht das Karriereaus bedeutet, muss man sich von dieser Verletzung auch wieder erholen können. Malinauskas et al hat 2007 folgende Zahlen gezeigt – Prozentsatz der getesteten Athleten (N=145):

91% hatten schon mit Verletzungen zu kämpfen.
17% interessierten sich für Supplemente, welche die Durchblutung verbessern können.
34% interessierten sich für Supplemente für Gelenk- und Bindegewebsreparatur.
22% suchten nach Supplementen um die Entzündungsreaktion zu modulieren.

Athletiktrainer, Coaches und Ärzte waren die Hauptansprechpartner der Athleten wenn es um das Thema Verletzungen ging – aber das Internet, Magazine und das Fernsehen waren die meistersuchten Quellen um Informationen über Supplemente bei Verletzungen zu bekommen. Und die Quellen sind oftmals nicht gut informiert, leider!!! Daher dieser Beitrag!

Es ist zwar nicht verpflichtend, dass man irgendwas in Wundheilungsphasen supplementieren MUSS, aber in meiner Welt ist die Wundheilung ein Thema, welches keine zweite Chance bekommt – und wenn du gezwungenermaßen in der Situation steckst, in welcher du um deine Gesundheit, deine Karriere und DEINEN KÖRPER bangst, dann sollte doch direkt alles richtig laufen. Oder?

Da habe ich dann lieber „etwas zu viel“, und es wird ausgeschieden als „etwas zu wenig“ und es kommt zu einer Defektheilung und lebenslangen Einschränkungen, oder? Oder!

Wundheilungsstörungen durch unzureichende Ernährung?

Wundheilungsstörungen und schlechte Ergebnisse in der Physiotherapie und Rehabilitation, nach Operationen und Verletzungen, sind ziemlich häufig – die Praxen sind voll davon! Auch chronische Schmerzen fangen nicht selten mit einer akuten Verletzung an, welche dann aber einfach nicht richtig behandelt wurde. Mit Behandlung meine ich neben Ernährungsstrategien, auch eine korrekte Aufklärung, eine Art Coaching des Versehrten und die Gabe der richtigen Reize, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Dosierung. „hallo Patient, komm wir turnen mal bisschen vor uns hin, ohne Planung, ohne Struktur und jedes Mal was anderes“ bringt dich nicht wieder auf die Beine. Nein, wirklich nicht.

Grunderkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Durchblutungsstörungen und Gefäßproblematiken, aber auch Lebensstilfaktoren wie reichlich Alkohol und Zigarettenrauchen führen in der Regel ebenso zu schlechtere Wundverhältnisse nach Verletzungen und einem schlechteren Ergebnis, wie ein Mangel an sogenannten „Lösungssubstanzen“ – das ist bei Hausfrauen so, bei Mutti, Vatti, Omma und Oppa, aber genauso auch bei (Leistungs) Sportlern unterschiedlichster Sportarten, im Grunde, naja, bei allen Menschen.


Eine „kleine“ Zusammenfassung von Wundheilungskillern (Das 2011, Smith 2004, Pruimboom et al 2012, Guo et al 2010, Ellinger 2014, Chow et al 2014, Demling 2009, Bloomer 2007):

– Mangel an Lösungssubstanzen: EPA / DHA, Arachidonsäure, Vitamin D3, E, A und K, Vitamin C, Arginin (Citrullin), Selen, Kupfer, Eisen, Zink, Mangan, Protein, Kupfer, Selen, Eisen, Vitamin B5 (Pantothensäure) und andere B-Vitamine
– Sozialer Verlust, psychoemotionale Probleme, Angst, Stress, Arbeitsplatzsituation
– Übergewicht, metabolisches Syndrom, Insulinresistenz
– Infektionen während der Verletzung
– Medikamente wie COX-2-Hemmer (Nichtsteroidale Antirheumatiker, Cortison)
– Schlafmangel
– Erhaltung von Schaden (Ungeduld?), Wiederholung von Verletzung
– Undurchdachter Einsatz von Eis / Wärme, Lange Ischämie
– Mangel an Lösungssubstanzen, mangelnde Reize oder Reize in falscher Dosierung
– Leberentgiftungsprobleme, Schilddrüsenprobleme, hohe Toxinbelastungen
– Zuviele oft „angstmachende“ Informationen


Und das ist schon eine ganze Palette an Dingen die beachtet werden müssten, oder? Wie lange hat die letzte Anamnese und Aufklärung bei deinem Physiotherapeuten nochmal gedauert? Es ist leider kaum möglich innerhalb der 15-30 Minuten richtig zu untersuchen, noch eine richtige Anamnese durchzuführen und schon gar nicht ordentlich zu „coachen“. Das System „normale Physiotherapie“ ist totaler Scheiß! Versteh mich nicht falsch – ich bin ein großer Fan von diesem Beruf, wir haben RICHTIG Potenzial den Menschen zu helfen, aber nicht in dem engen Rahmen der uns derzeit vorgegeben wird, leider nicht! Versteh mich nicht falsch 2: Passive Behandlungen können Sinn machen, aber diese reichen nicht aus! Ich „tape“ mich selbst, ich lass mich selbst mal massieren, ich benutze selbst Querfriktionen, aber das sind die 10% oben drauf, neben dem Coaching, der medizinischen Trainingstherapie und den Ernährungsstrategien!

Physiotherapie Warstein Manuelle Therapie Warstein Rehabilitation
Passive Techniken in der Physiotherapie? Der Reiz auf unsere Zellen MUSS spezifisch und in der richtigen Sprache sein. Kannst du mit Pferden sprechen? Hunden? Nicht? Aber mit Fibroblasten oder wie?

Ernährung bei Verletzungen: Ein paar Möglichkeiten die du berücksichtigen „könntest“!

Hast du eben oben mitgelesen? Arachidonsäure? Eicosapentaensäure (EPA)? Zink, Vitamin C, Arginin, D 3 und so weiter? Ja, ein MANGEL an diesen Substanzen führt zu einer schlechteren Wundheilung und wenn du Zink brauchst, dann hilft dir kein Magnesium – ja, auch „tierische Omega 6 Fettsäuren“ benötigst du, ja, auch Arginin, ja, auch Vitamin D3 bei VERLETZUNGEN und hier fängt es schon an! Ein D3 Mangel könnte dazu führen, dass es zu einer stärkeren Narbenbildung kommt. Nicht so cool, oder? Oder ein Mangel an „tierischen Omega 6 Fettsäuren“ führt nicht nur zu einer schlechter funktionierenden Entzündung, sondern auch zu einer längeren Dauer einer Entzündung – keine gute Kombination – nicht „stark genug“ und dann noch ohne „Ausschalter“? Denn das aus der Arachidonsäure gebildete Prostaglandin E2 (PGE2) ist VERPFLICHTEND dafür, dass eine Entzündung auch wieder AUS-geschaltet wird! Wenn du mir nicht glaubst, dann frag Serhan – das ist der Wissenschaftler der ziemlich viel dazu geforscht und geschrieben hat – z.B. im Buch „The Resolution of Inflammation“!

Da du unbedingt PGE2 benötigst und grade die nichtsteroidalen Antirheumatika wie Ibu und Co genau diesen Teil der Entzündung hemmen, ist es vielleicht keine gute Idee diese während einer Verletzung zu verwenden (SU et al 2013, Williams 2012, Lisowska et al 2018, Guo et al 2010) – wieso? Eine der Nebenwirkungen ist „Wundheilungsstörungen“ und vielleicht könnten wir auch „Chronifizierung“ mit in den Beipackzettel schreiben. Vielleicht. Nicht machen.

Also die richtigen Fette sind wichtig? Vermeidung von den meisten „gängigen“ Medikamenten? Richtig. Und ausreichend Protein: Um die 1,5g Protein pro kg Körpergewicht sollten es sein, also knapp das doppelte der empfohlenen RDA (!) wird zu Wundheilungszwecken empfohlen um nicht so viel magere Körpermasse während einer Verletzung zu verlieren und eine ausreichende Wundheilung zu ermöglichen (Demling 2009, Pompeo 2007). Wusstest du das? Ja „Protein ist gut, nimmt man ab von“, aber schonmal darüber nachgedacht warum das so wichtig ist? Bestimmt nicht wegen dem „Abnehmen“. Unser Immunsystem und unsere Bindegewebszellen sind schnellproliferierende Zellen, also die verbrauchen sehr viel Protein, wenn sie arbeiten! Und was das Immunsystem mit der Wundheilung zu tun hat? ALLES! Ganz kurz: Ohne Immunsystem keine Entzündungsreaktion und ohne Entzündungsreaktion KEINE Wundheilung. Bums.


Und ja, wir könnten hier Schluss machen, auch wenn Schluss machen in der Regel echt schmerzhaft ist, denn das Wichtigste haben wir ja schon:

Ausreichend Protein, Omega 3 UND Omega 6 Fettsäuren, richtige Reize, hier und da Lebensstilfaktoren berücksichtigen und ein Multivitamin-Multimineral Präparat. Ja, das wäre das Grundgerüst was JEDER während einer Verletzung berücksichtigen sollte.


Aber ich mache nicht Schluss, nicht jetzt wo es doch so schön ist… wie aus dem Leben, was?

Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln bei Verletzungen und Wunden?

Bromelain…

Ananas kennst du? Ist gut oder? Vor allem die Ananasdiät – „alles essen ausser Ananas“. Witzig. Ananas enthält reichlich Bromelain, das ist ein eiweißspaltendes Enzym mit einer Fülle an echt positiven Wirkungen. Du zweifelst? Schauen wir uns mal einen Teil der Datenlage an.

Bromelain und vielleicht auch noch andere Enzyme könnten eine positive Rolle bei der Wundheilung spielen, sich positiv auf Schmerz auswirken und sich auch fast schon „kurativ“ auf viele andere Erkrankungen auswirken (Soheilifar et al 2018, Pavan et al 2012, Golezar et al 2016, Shoham et al 2018, Ghensi et al 2019) – Bromelain führt beispielsweise zu einer Reduktion von Ödemen, kann die Entzündungsphase abkürzen und auch, ist halt mehr oder weniger ein Verdauungsenzym, die Proteinverdauung verbessern und sich positiv auf Verdauungsprobleme auswirken, hält die Entzündungen mehr oder minder in Schach, dass es nicht zu viel wird, wirkt gegen Pilzen und verschiedenen Bakterienarten,
Lungenentzündung, Abzesse, Thrombophlebitis, Thrombosen und wirkt sich wahrscheinlich positiv auf die Gefäßgesundheit (Felton 1980, Litz-Winter 1990),

Bei Arthrose können Dosierungen ab 160mg Bromelain pro Tag schmerzlindernd wirken (Walker et al 2002, Grover et al 2016, Brien et al 2004) und zudem scheint Bromelain die Proliferation von Tenozyten, also „Sehnenzellen“, anregen zu können (Aiyegbusi et al 2011).

Ich würde Bromelain nicht sofort nach einer Verletzung verwenden, aber nach etwa 2-7 Tagen würde ich Bromelain mit in mein Rehabilitationsprotokoll aufnehmen.

Proteine und Aminosäuren…

Ausreichend Protein ist notwendig, hatten wir! Wofür noch? Für eine stabile Funktion des Immunsystems, da es sich um ein schnell proliferierendes Gewebe handelt – ok, hatten wir auch.

Aber nicht alles Protein ist gleich! „Vollständige Proteine“ wie Ei-, Milch- oder Kollagenproteine sind sinnvoller als isolierte Aminosäuren – du brauchst nämlich nicht nur „eine“, sondern fast alle Aminosäuren, ein paar sind zwar grade zu Wundheilungsphasen „etwas wichtiger“, aber tendenziell sind isolierte Hochdosen nicht das Mittel – du brauchst zumindest mehr als „eine Einzige“.

Aber guck: Kollagen oder eher seine Bestandteile Hydroxyprolin, Glyzin, genauso wie Cofaktoren des Bindegewebes wie Eisen und Vitamin C sind notwendig für eine gute Wundheilungssituation (Campos et al 2008, Gogia 1995). Ok. Mehr Studien dazu? Aber gewiss doch.

Sportler mit Gelenkbeschwerden könnten, so eine 24-wöchtige Untersuchung, von einem Kollagenhydrolysat profitieren (Clark et al 2008) – weil es voll von Arginin ist? Oder Hydroxyprolin? Oder Glyzin? Oder Synergien? Hier: Glyzin, als Bestandteil vom Kollagen, kann sich auch positiv auf die Wundheilung auswirken (Vieira et al 2018, Zaĭdenberg et al 1981, Favia et al 2008). Aber nicht nur…

Auch hier: Arginin spielt eine Schlüsselrolle bei der Wundheilung (Tong et al 2004, Campos et al 2008, Barbul et al 1990, 1981, Stechmiller et al JK 2005). Arginin ist ein Vorläufer für das Prolin, welches sich als Hydroxyprolin im kollagenen Bindegewebe wiederfindet und Arginin ist der Stoff aus dem, nein, nicht Träume sind, sondern Stickstoffmonoxid gemacht wird: Wird beispielsweise NO gehemmt, so kommt es zu einer geringeren Kollagenproduktion durch die Fibroblasten und einer verschlechterten Wundheilung (Schäffer et al 1999, Debats et al 2009, Witte et al 2000, Luo et al 2005). Unter anderem lockt NO Fibroblasten ins Gewebe, NO desinfiziert das Gewebe und beseitigt schädliche Mikroorganismen im Wundgebiet, spielt eine Rolle bei der Regulation unterschiedlicher Gene und fungiert als sogenannter „Second Messenger“. Naja und NO verbessert die Durchblutung und somit den Nährstofftransport des Gewebes.

Aber auch hier: Ornithin scheint sich positiv auf die Wundheilung und die Stabilität des Gewebes auswirken zu können (Shi et al 2002, Coudray-Lucas et al 2000) – auch unabhängig seiner Erhöhung des Arginin- oder Citrullin- bzw. NO-Spiegels. Ornithin scheint die Polyaminspiegel, die Prolinspiegel, die Stabilität des Kollagens verbessern zu können. Bums. Aufgenommenes Arginin wird ja nicht selten über die Arginase zu Ornithin umgewandelt, grade in Wundheilungsphasen scheint das zu passieren (Tsuei et al 2015).

Kurzer Stopp: Bromelain. Arginin. Ornithin. Citrullin (No). Kollagen. Ok weiter…

Glutamin scheint ebenfalls das schnellproliferierende Immunsystem und auch die Bindegewebszellen ernähren zu können und verbessert wahrscheinlich dadurch die Wundheilungssituation (Arnold et al 2006, Campos et al 2008, da Costa et al 2003, Kesici et al 2015, Goswami et al 2016, Hyeyound 2011, Karinch et al 2001). Und wenn nicht? Dann ist es eine Aminosäure, welche zumindest den Säuren-Basenhaushalt positiv beeinflusst (Taylor et al 2004) – also ganz verkehrt ist es nicht, so oder so.

kris eikelmeier cauda equina syndrom
Manchmal mache ich aber auch Scheiße, zugegeben. Leistungssport, Ehrgeiz, Mut, Disziplin naja… hört sich ganz gut an? Aber nicht selten führt diese Kombination zu großen Verletzungen (und auch guten Rehabilitationsergebnissen)…

Silizium…

Auch Silizium, vorwiegend über die Nahrung aufgenommen, ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes – es findet sich vor allem in der Grundsubstanz und den Glycoaminoglykanen des Bindegewebes wieder und scheint eine Rolle bei der Knochen-, Knorpel- und Bindegewebsgesundheit, Haut-Haare-und-Nägel zu spielen (Jugdaohsingh et al 2015, 2007, Carlisle et al 1976, Addor et al 2016, Reffitt et al 2003) – die genauen Mechanismen sind allerdings bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht 100%tig klar. Bei jungen Tieren führt Silizium zumindest zu einem Wachstum von Knorpel, Kollagen in Haut und Knochen – 30mg pro Tag Silizium wird aus Tierversuchen für den Menschen abgeleitet.

Zu viel Silizium kann allerdings toxisch werden – daher sollte eine maßlose Gabe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln vermieden werden. Und naja, seit einigen Jahrzehnten ist Silizium auch das Grundmaterial der Halbleitertechnik und der Elektronik – Sensoren und Computerchips, Solarzellen (Photovoltaik) und sowas. Silizium ist nach Sauerstoff auch das zweithäufigste Element in der Erdhülle, ist ein „klassisches Halbmetall“, du weißt schon, nicht, ich auch nicht und das hat grade rein gar nichts mit der Wundheilung zu tun. Aber ich dachte, dass ichs dir einfach mal erzähle.

Kieselsäure oder Bambusextrakt, reich an Silizium, wird in der alternativen Medizin auch gerne zur Ausleitung von Giften und Schwermetallen wie Aluminium eingesetzt. Immerhin. Selbst wenns nichts mit der Wundheilung zu tun „hätte“…


Zusammenfassung: Ernährung zur Verbesserung der Wundheilungssituation?

Multivitamin-Mineralstoff-Präparat: Vitamin C, Vitamin A, Vitamin D3, Kupfer, Selen, Mangan, Eisen, Pantothensäure (B5), B12, B6, B1, B2, B3, Folsäure, Molybdän, Zink, Chrom, Silizium.

Aminosäuren, Proteine: Ausreichend Protein, Kollagenhydrolysat, Arginin, Glutamin, Glyzin, Ornithin.

Durchblutung: Arginin, Citrullin, Carnitin.

Fettsäuren: Arachidonsäure, EPA, DHA.

Kein Rauchen. Keine Entzündungshemmer.
Ausreichend Schlaf. Stressmanagement.

Alles was die Insulinsensibilität verbessert wie ausreichend Bewegung, Chrom, Taurin und ähnliches ist nicht verkehrt.


Das muss natürlich alles nicht zwangsläufig aus Nahrungsergänzungsmitteln kommen, aber es macht einiges einfacher, oder? Und wie hoch die genauen Mengen der Stoffe sind und ob eine zusätzliche Versorgung die Wundheilungsprozesse beschleunigen kann, das ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig geklärt – aber die Daten sind nicht schlecht und zeigen uns eine deutliche Tendenz an.

Nahrungsergänzungsmittel bei Verletzungen!?

Meiner Erfahrung nach scheint eine zusätzliche Versorgung von unterschiedlichen Substanzen tatsächlich die Operations- und Rehabilitationsergebnisse verbessern zu können und ich persönlich empfehle meinen Klienten IMMER auch einen ganzen Sack voll Nahrungsergänzungsmittel. Da es keine abschließende Untersuchung zu dem Thema gibt – und auch nie so geben wird wie wir sie gerne hätten – ist meine Erfahrung ein großer Teil der evidenzbasierten „Immunnahrung“. Warum? Weil sich die evidenzbasierte Praxis aus folgenden Säulen zusammen setzt: Individuelle Möglichkeiten, die bestverfügbare Datenlage, Erfahrungen aus der Praxis.

Ich bin aber trotzdem ein Fan von Verletzungen. Wieso!?

Eigentlich von Rehabilitation, aber Verletzungen helfen mir dabei besser in der Rehabilitation zu werden – etwas zynisch darf man mal sein bei meiner Vorgeschichte, oder? Aus der Not eine Tugend machen und jetzt besuchen mich die Leute aus der „ganzen Welt“ um von mir zu lernen oder sich ihre Reha planen zu lassen. Ok, danke, aber bis hierhin war es aber wirklich kein schöner Weg. Also, ich liebe meine Fehler, weil ich täglich daraus lerne UND man wächst ja auch an seinen Aufgaben, oder? Ich lasse das mal so stehen.

Was ich über Verletzungen gelernt habe!?

Was ich gelernt habe fragst du? Ja, Verletzungen sind eine Chance. Ich meine aber keine zwei Chancen, ich meine EINE CHANCE – eine EINZIGE Chance! Und das meine ich in mehreren Hinsichten. Philosophie in Kettensätzen…

Erstmal – wenn du die Reha verkackst, du hast in der Regel ein Zeitfenster von 8-32 Wochen um alles richtig zu machen (danach ist zwar noch nicht wieder alles gut, aber du musst dann weniger genau sein und kannst auch mal etwas „schludern“…), dann verkackst du mal richtig! Der Körper bestraft dich dann mit instabilem, unstrukturiertem und weniger belastbarem Bindegewebe, einem steifen Gelenk oder andere Beweglichkeits- und Kraftdefizite. Das nennt sich dann „Defektheilung“.

Zweitemal – du hast die Chance aus deinen Verletzungen das Beste zu machen und das wäre? Etwas zu lernen! Ja wirklich. Du verstehst mehr von Verletzungen, von Rehabilitation, von Einschränkungen und Möglichkeiten, von Alltag, lernst mal „praktische Anatomie“, setzt dich mit Dingen auseinander die nie präsent waren (aufhören mit Sportart XY? Was will ich wirklich? Was ist mit XY wert?), wirst wieder etwas dankbarer für das was du hast, zudem lernst du die Grenzen deines Körpers kennen und ziemlich praxisrelevant aufgezeigt, was du in der Vergangenheit nicht berücksichtigt hast oder vielleicht sogar, ohne es zu wissen, völlig falsch gemacht hast!

Also „das Beste draus machen“, oder?

(Psst, super interessant: Extrem hilfreiches Wissen zur Rehabilitation von Verletzungen erfährst du im Ultimativer Athlet GENESIS mit großem Rehabilitationsteil. Ein MUSS für jeden Physiotherapeuten UND Sportler!)

Ich habe mehr aus meinen Fehlern gelernt als aus meinen Erfolgen.

Ernährung in der Physiotherapie?

Kennst du den? Den Physiotherapeuten der dir Yggdrasil DIE Regenerationsformel empfiehlt oder der dir einen Proteinshake nach deiner Behandlung reicht, nicht? Ja genau, weil Physiotherapeuten hievon REIN GARKEINE AHNUNG HABEN – aber müssten! Ich habe ein paar Jahre die Fortbildung „Ernährungsstrategien für Physiotherapeuten und Ärzte“ gegeben und das war auch ziemlich gut besucht. Weil ich aber dann nur mal GEFRAGT habe, ob die Aufteilung der Einnahmen nicht zu meinen Ungunsten geschehe, wurde ich ersetzt. Nur kann man mich nicht ersetzen, weil ich nicht glaube, dass es jemanden gibt, der dir das liefern kann, was ich dir liefere – nicht im Bereich Rehabilitation und Verletzungen. The